


Die Sepsis ("Blutvergiftung") ist eine lebensbedrohliche Entzündungsreaktion des gesamten Organismus auf eine Infektion. Sepsis ist aufgrund ihrer zunehmenden Häufigkeit und der hohen Sterblichkeit eine der wesentlichen Todesursachen weltweit.
Zunächst verursachen Krankheitserreger eine lokale Infektion, beispielsweise eine Lungenentzündung. Im Normalfall gelingt es unserem Immunsystem eine derartige lokale Infektion am Entzündungsherd direkt zu einzudämmen.
Bei einer Sepsis durchbrechen die Erreger allerdings die lokale Begrenzung der Infektion und breiten sich über Lymph- und Blutgefäßsystem auf andere Organe aus. Von jetzt an zählt jede Stunde. Je später die gezielte Therapie beginnt, desto schlechter stehen die Überlebenschancen für den Patient.
Das gesamte Immunsystem wird überaktiviert und überschwemmt den Körper regelrecht mit Botenstoffen zur Immunantwort. Es werden aber nicht nur die Erreger, sondern auch körpereigene Zellen angegriffen. Die Organe werden nach und nach geschwächt und stellen ihre Funktion ein. Es kommt zum septischen Schock.
Am häufigsten führen Atemwegsinfektionen zu einer Sepsis.
Allein in Deutschland erkranken jährlich etwa 154.000 Menschen an Sepsis. Rund 60.000 sterben daran. Die Sepsis gehört hierzulande zu den drei wichtigsten Todesursachen in Krankenhäusern. Allerdings infizieren sich dort nur 20 Prozent der Patienten.
Sepsis kann jeden treffen. Dennoch besteht ein erhöhtes Risiko für Menschen mit Vorerkrankungen oder Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben. Dennoch können auch gesunde Menschen eine Sepsis bekommen, z. B. nach einer Verbrennung oder Verletzung, wenn sich die Wunde infiziert.