Erregerbiologie pathogener Candida-Spezies

Infection biology of Candida species

C. albicans kann sowohl als Hefe also auch in der filamentöser Form wachsen.
C. albicans kann sowohl als Hefe also auch in der filamentöser Form wachsen.

Die Virulenz von Hefepilzen der Gattung Candida steht in engem Zusammenhang mit ihrer Fähigkeit, auf wechselnde Umweltbedingungen zu reagieren. Candida albicans kann auf veränderte Umweltbedingungen mit einem morphologischen Wechsel zwischen Hefeform und filamentösen Formen reagieren. Diese morphologische Plastizität ist ein zentraler Virulenzfaktor. Wir analysieren die Mechanismen dieses Morphotypwechsels und untersuchen sowohl die Gene, deren Expression an den Wechsel der Wachstumsform gebunden ist, als auch Regulatoren der morphologischen Plastizität. Basierend auf den experimentell gewonnenen Transkriptomdaten von unterschiedlich stimulierten Pilzen konnten wir mit Hilfe von biomathematischen Methoden ein Core Filamentation Response Netzwerk erstellen, das aus Genen besteht, die im Rahmen der Filamentierung unabhängig vom Morphotypwechsel-induzierenden Stimulus exprimiert werden (Martin et al., 2013). Im Gegensatz zu C. albicans ist C. glabrata monomorph. Der zweithäufigste Erreger invasiver Candida-Infektionen verfügt daher über andere Adaptationsmechanismen. C. glabrata kann sich an wechselnde CO2-Konzentrationen anpassen. Unter niedrigen CO2-Konzentrationen ist die Fixierung von CO2 abhängig von der Carboanhydrase Nce1. In Kooperation mit F. Mühlschlegel ist es uns gelungen, den regulatorischen Mechanismus, der für eine Nce1-abhängige CO2-Fixierung essentiell ist, weiter zu charakterisieren (Pohlers et al, 2017).