Neutrophile in Aktion

Brandwunden-Infektionsmodell der Candidose veröffentlicht

15.12.2020

Verbrennungswunden sind anfällig für die Besiedlung und Infektion mit Mikroorganismen, da die schützende Hautbarriere zerstört ist, diese Wunden schlecht heilen und die Funktion unseres Immunsystems in diesen Bereichen eingeschränkt ist. In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl an Brandwundinfektionen durch Pilze, wie zum Beispiel der humanpathogene Hefepilz Candida, dramatisch gestiegen. Entwickelt sich eine solche Infektion zu einer invasiven Candidose, ist diese schwer zu diagnostizieren, und sie kann zu einer Sepsis führen, die mit sehr hohen Mortalitätsrate verbunden ist. Trotz der Schwere der Erkrankung ist bisher unklar, ob dieser Prozess von einem geschwächten Immunsystem oder dem Erreger Candida selbst vorangetrieben wird. Die Wissenschaftlerinnen der Arbeitsgruppe Host Fungal Interfaces, Dr. Christin von Müller, Fionnuala Bulman, Lysett Wagner und Dr. Slavena Vylkova, haben ein Brandwunden-Infektionsmodell der Candidose unter Verwendung humaner Hautproben als Alternative zum Tiermodell entwickelt. Unter Verwendung dieses Modells konnten sie zeigen, dass Candida albicans-Zellen in Verbrennungswunden 2. Grades eindringen können. Diese Infektion wird aber von neutrophilen Granulozyten, einer bestimmten Gruppe von Immunzellen, die in den Hautproben vorhanden sind, in Schach gehalten. Ein weiteres Eindringen des Pilzes wird verhindert und die Wundfläche verkleinert sich. Die Wissenschaftlerinnen konnten anhand ihres humanen Brandwund-Infektionsmodells zeigen, dass eine aktive Immunantwort das Fortschreiten einer Candida-Infektion der geschädigten Haut kontrolliert und die Wundheilung fördert.

Originalpublikation:

von Müller C, Bulman F, Wagner L, Rosenberger D, Marolda A, Kurzai O, Eißmann P, Jacobsen ID, Perner B, Hemmerich P, Vylkova S. (2020) Active neutrophil responses counteract Candida albicans burn wound infection of ex vivo human skin explants. Sci Rep. 10(1): 21818. doi: 10.1038/s41598-020-78387-y.

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